Einzigartig: Solarstrom vom Güllensilo
Projekt: Farmvision
Doppelnutzen mit der Installation erneuerbarer Energien. Dachkonstruktion auf Jauchegrube auf dem Hof Stäublig
Fam Marlis und Urs Feuz (-Arnold), Stäublig, 6019 Sigigen
Ausgangslage:
Der Betrieb Stäublig wird vom Ehepaar Urs und Marlis Feuz betrieben. Ihr Engagement in Bezug auf die Umwelt pflegen sie seit der Hofübernahme vor 15 Jahre konsequent. Neben der nachhaltigen Produktion der Hofprodukte, wurde in den letzten Jahren viel Geld in die Renaturierung der Landschaft investiert. Es wurden Bachläufe freigelegt und Teiche mit Ausgleichsflächen erbaut. Bei der Ausbringung der Hofdünger wird schon früh auf ein System mit Schleppschlauch gesetzt.
Der Kanton Luzern sensibilisierte die Landwirtschaft in den letzten Monaten zusätzlich. Ammoniak, Gase und Feinstaubpartikel können die Umwelt belasten. Für die einheimische Produktion, die Ihre Produkte mit einem ökologischen Mehrwert verkaufen, eine grosse Herausforderung.
Angeregt durch die erneuerbaren Energien der Zukunft, wird mit der Firma Alectron solar eine Lösung für die offene Jauchegrube entwickelt.
Fakten:
Die runde Jauchegrube steht auf einer windexponierten Bergkannte. Viele dieser Gefässe sind durch die Intensivierung der Tierhaltung entstanden. Eine effiziente Jauchebewirtschaftung erfordert ein ständiges aufrühren der Masse, um die Bakterienkulturen für die Mobilisierung der Stickstoffelemente zu fördern. Der Stickstoff wird pflanzenwirksamer und verpufft nicht in die Umwelt.
Die Schleppschlauchverteilung wird als Massnahme zur Reduktion der Ammoniakemissionen vom Kanton gefördert. Diese Geräte sind teuer, werden überbetrieblich eingesetzt. Durch die wachsende Schlagkraft in der Futterkonservierung wird dieser auch in ungünstigen Wettersituationen eingesetzt. Somit „verpufft“ ein grosser Teil des bodennahen Austragung der Jauche.
Ziel
Entwicklung einer Abdeckung für Jauchegruben (in den meisten Fällen Zylinder und in Elementen). Der Aufbau muss sich in die Landschaft einfügen (Höhe und Form). Der Zylinder mit der runden Form ermöglicht in den meisten Fällen eine Ausrichtung nach Süden.
Das Dach ist optimal mit 25 bis 30 Grad Dachneigung gestaltet. Die Ammoniakgase zurückhalten ist mit einer optimalen Hinterlüftung der Solarkollektoren zu vereinen.
Die Kosten des Aufbaues sollen einerseits durch Eigenleistung des Bauern (Verbauen von Rundholz, gesagtes Holz vom regionalen Säger, andererseits durch das Stickstoffprogramm des Kantons und die Förderung der erneuerbaren Energien (Strom / Warmwasser/Biogas) Amortisiert werden.
Problematik:
Die Entwicklungskosten werden zurzeit von der Firma Alectron solar getragen. Durch die Kantonale Förderung im Mai 2009 wird eine PV-Anlage verbaut, die im Einstandspreis unterstützt wurde. Eine Kostendeckende Einspeisevergütung ist erst in den nächsten 2-3 Jahren kalkulierbar.
Die Optimale Hinterlüftung der Solarpanels erfordert eine 2. Dachhaut um langfristig Schäden an den Solarmodulen zu vermeiden.
Projekt:
Mit der Firma FARMWOOD ist ein Aufbau entwickelt worden, der optional eine Aussenabstützung oder eine Abstützung auf die Betonwand (Elemente) zulässt.
Ziel mit FARMVISION ist es, möglichst mit einer tiefen Fremdfinanzierung aus zu kommen.
Deshalb hat sich die Bauherrschaft mit Alectron solar entschieden, einen arbeitsintensiven Rundholzaufbau zu erstellen, um die Philosophie der Erhaltung einer regionalen Wertschöpfung gerecht zu werden.
Mit der Forschungsanstalt ART in Tänikon wurde die optimale Hinterlüftung in Bezug auf Menge und Geschwindigkeit errechnet.
Eine abschliessende Anerkennung der Konstruktion für das Erfüllen eines Standarts „Stickstoffreduktion“ konnte wegen laufend neuen Entwicklungen und Erkenntnissen nicht zum voraus gegeben werden.
Diese Definitionen und die Messungen der Luftbelastung bei der PV – Anlage wäre für die Forschungsanstalt ein wichtiger und zeitgemässer Ansatz. Jedoch ihr fehlen zum Zeitpunkt der Vorabklärung Budget und Auftraggeber der öffentlichen Hand.
Ausführung
Im Aufbau FARMVISION werden ca 60 m3 Rundholz verbaut. Anfängliche Ängste wegen der Höhe des Baues wurden mit dem gegen Norden angehängten Schleppdach ausgeräumt.
Die Arbeitszeit der Ausführung nahm rund 7 Wochen in Anspruch. Die Abstützung wird so gewählt, dass eine spätere Umnutzung der Grube (Alterung, Nutzungsänderung durch einen Neubau eines Stalles mit gedeckter Jauchegrube) gewährleistet werden kann. Zimmerfachleute und Solartromexperten optimieren die Konstruktion. Die Unterdachkonstruktion übernimmt folgende Funktion:
- Fallschutz für Unterhaltsarbeiten an der PV- Anlage
- Trennung der belasteten Jaucheabluft zu den Solarmodulen
- Schutz der Konstruktion vor Feuchtigkeit der Witterung und Dämpfen.
Technische Daten PV-Anlage
Leistung: 27,3kWp
Jährlicher Ertrag: ca. 30‘000kWh (Elektr. Bedarf von rund 7 Familien)
PV-Module: 195 Stk. MegaSlate II 140Wp, der Firma 3-S in Lyss, CH Produktion
Wechselrichter: 3 SolarMax der Firma Sputnik Engineering in Biel, CH Produktion
PV-Fläche: rund 200qm
Lebensdauer: über 30 Jahre Stromproduktion, Schutzfunktion Dach > 50 Jahre






















