Archiv

Archiv für Januar, 2010

Chinamodule: Fluch oder Segen?

23. Januar 2010 Keine Kommentare

Die Alectron GmbH veröffentlicht regelmässig Publikationen zu aktuellen Themen. Haben Sie Anregungen? Bitte teile Sie uns dies mit. 

.

Bei der Auswahl der Module sollen folgende Überlegungen beachtet werden:

Setze ich auf Europäische (D, CH) oder Asiatische (China, Indien, Korea, Japan) Hersteller? Einige Fakten, die man bei der Modulwahl beachten muss.

Mit Ausnahme von Japan geniessen die anderen Anbieter keinen guten Ruf. Namhafte, alteingesessene Chinesische Firmen wir z.B. Trina Solar, Yingli Solar bringen nachweislich ordentlich Erträge. In den letzten beiden Jahren sind aber viele junge, unbekannte Firmen auf den Markt gekommen. Und wieder verschwunden. Von 350 Chinesischen Herstellern haben 200 während der Wirtschaftskrise ihre Produktion eingestellt.

Chinesische Module sind um 30% günstiger als Europäische. Woher kommt dies?

  1. China entert Europas Solarmarkt! Die Chinesische Regierung subventioniert die Produktion und damit den Export stark. China will zwar in Zukunft eine Vorreiterrolle bei der Förderung der erneuerbaren Energien einnehmen, ein Heimmarkt existiert in China aber noch kaum. 95% der Module werden exportiert, vor allem nach Europa.

 

  1. Wie Sozialverträglich sind Chinesische Module? In Chinesischen Solarfabriken herrschen sicher keine Arbeitsbedingungen wie in den Spielzeugfabriken. Die Solarbranche ist hoch technologiert. Aber noch immer tritt die Volksrepublik China die Menschenrechte mit Füssen. In China werden mehr Menschen hingerichtet als in allen anderen Staaten zusammen.

 

  1. Wie Umweltverträglich sind Chinesische Module? Solarzellen haben eine hervorragende Energiebilanz, holt man doch über 10 Mal mehr Energie raus, als für die Herstellung, Transport, etc notwendig ist. Die Rohstoffe sind, Silizium als Grundlage, in fast unendlicher Menge verfügbar. Es darf aber nicht übersehen werden, dass für die Herstellung giftige Chemikalien eingesetzt werden. Entsprechen streng sind die Vorschriften zum Umgang mit diesen Materialien. Jedoch nicht in allen Ländern. Besonders Schwellenländern wir China und Indien sind die Umweltgesetzgebung im besten Fall lax. Unfälle passieren. Recyclingeinrichtungen können mit dem Wachstum der Siliziumherstellung in China nicht mithalten. Zu Lasten der Umwelt.

 

Trend, wie sieht die Zukunft aus?

Der Markt wurde von Chinesenmodule regelrecht überschwemmt, was einen Einbruch der Modulpreise zu folge hat. Der Preisrutsch ist aus Sicht der Konsumenten erfreulich. Auch die Umwelt freut es, der Solarstrom wird günstiger und noch früher konkurrenzfähig zu der fossilen und nuklearen Energieergzeugung. Die Netzparität ist in Griffnähe. Auch begrüssenswert war die überfällige Korrektur des Marktes. Jahrelang hinkte das Angebot der Nachfrage nach, die (zu hohe) Einspeisevergütung auf dem Deutschen und Spanischen Markt hat den Modulpreis künstlich hoch gehalten. Dies wurde nun korrigiert. Die Spanische Einspeisevergütung wurde gedeckelt, Deutschland wird den Einspeisetarif einmalig um ca. 15% senken. Je nach Grösse und Anlageart. Auch in der Schweiz wir der Vergütungssatz neu „verhandelt“, wir erwarten in den nächsten Wochen den definitiven Entscheid.

Es darf nicht vergessen werde, dass der Vergütungssatz für Neuanlagen jährlich 8% gesenkt wird. Um die gleiche Rendite zu erwirtschaften, müssen die Module (diese machen ca. 60% der Anlagekosten aus) jährlich 10-15% günstiger werden. Dies verkraften die Hersteller problemlos, eine zusätzliche Senkung um rund 15% wird aber die Europäischen Hersteller in Zugzwang bringen. Die Auslagerung in Billiglohnländer hat bereits begonnen, auch weitere namhafte Europäische Hersteller werden sich diesem Trend kaum entziehen können.

Führende Europäische Hersteller setzen aber auf die Einhaltung der hohen Umweltstandards und der Menschenrechte. Der Zusammenbau erfolgt in Europa und garantiert die geforderte Qualität. Erst dann kann mit einer Modullebensdauer von über 30 Jahre gerechnet werden.

Auf was muss ich bei den Modulen achten?

Bei der Modulwahl ist auf die Qualität zu achten. Mittlerweilen gibt es über 2000 verschiedene Module auf dem Markt, mit z.T. eklatantem Qualitätsunterschied. Wichtige Kriterien sind gehärtetes Sicherheitsglas, Freilaufdioden, Leistung und Leistungstoleranz, lange Modulgarantie und die erforderlichen Zertifikate.

Welche Module setzen wir ein?

Die Alectron GmbH setzt auf Module aus Europäischer Produktion.

-          Wir setzen auf Qualität

-          Wir setzen auf Erfahrung

-          Wir setzen auf namhafte Europäische Hersteller

-          Wir setzen auf kurze Transportwege

-          Wir setzen auf Europäische Arbeitsplätze

-          Wir setzen auf bestes Preis – Leistungsverhältnis

Die Alectron GmbH veröffentlicht regelmässig Publikationen zu aktuellen Themen. Haben Sie Anregungen? Bitte teile Sie uns dies mit.

Weitere Publikationen folgen:

- Erneuerbare Energien im Vergleich.

- Wie umweltfreundlich ist Solar?

- Ist Solar bezahlbar?

- Netzpariät für Solar. Ab wann auch in der Schweiz?

- Erneuerbare Energie sind Jobmotor

- Smart Grid. Oder was an der CH Energiepolitik geändert werden muss

Zum Autor: Beat Wolf, Projektleiter bei der Alectron GmbH, ist seit Jahren aktiv auch im Solarmarkt tätig. Als Ingenieur ist er weltweit zusätzlich für die ESEC (Cham) im „Halbleitermarkt“ unterwegs. Als Projektleiter betreut er unter anderem Solarfirmen wie Concentrix Solar in Freiburg, führend für Systemanbieter von „direct PV“. Mit jahrelanger Tätigkeit in den wichtigsten Märkten in Europa, Asien Nordafrika und Amerika kennt der Autor die lokalen Märkte, die grossen Konzerne und die Produktionsbedingungen. Momentan arbeitet Beat Wolf in Brasilien, wird anfangs Februar wieder für die Kunden der Alectron GmbH aktiv tätig sein.

Donument als pdf: Chinesenmodule Fluch oder Segen

Categories: Allgemeines Tags: