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Solarenergie wird erlebbar

30. September 2009

Auf dem Dach des Schulhauses Oberdorf in Werthenstein, Gemeinde Ruswil, wurde letzte Woche eine Photovoltaik-Anlage montiert. Laut Josef Urs Grüter von der Firma alectron solar mit Sitz in Ruswil ist das die erste Anlage im Rottal auf einem öffentlichen Gebäude.

 

Schulhaus Werthensetein, 10,5kWp

Schulhaus Werthensetein, 10,5kWp

 AvR

Auf Eigeninitiative hin, entschloss sich die Firma alectron solar, in Zusammenhang mit der Sanierung des Schulhauses Oberdorf, auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Die Gründung einer Solar-Genossenschaft, um für die Region Strom zu produzieren, sei bei der Entscheidungsfindung nicht möglich gewesen, sagt Josef Urs Grüter von der Geschäftsleitung der alectron solar. Nach verschieden Anfragen bei Behörden und Politik, „haben wir festgestellt, dass wir das Projekt in Eigenregie realisieren müssen.“

 Situation als Chance wahrgenommen

 Antriebfeder für das Solarprojekt war der Werthensteiner Walter Schmidiger, ebenfalls Geschäftsleitungsmitglied der alectron solar. Auf „seinem“ Schulhaus müsse unbedingt eine Solaranlage gesetzt werden. Josef Urs Grüter ergänzt: „Es ist eine einmalige Chance für die Behörden, Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrerschaft und Eltern, dort eine Anlage in Betrieb zu nehmen, wo die neue Technik auch ankommt, nämlich bei der Bildung.“ Die anschliessenden Abklärungen mit den Gemeindebehörden seien sehr positiv verlaufen. Vor allem auch darum, weil der Gemeinderat sich offen für Neues positioniert habe, habe das Projekt realisiert werden können.

Die Photovoltaik-Anlage auf dem Schulhausdach entspricht einer 10,5-Kilo-Watt-Anlage. Sie ist als „Indach“ konzipiert, ist somit ein Bestandteil der Dachhaut. Die verbauten Module stammen aus schweizerischer Qualitätsproduktion. Damit können rund drei Haushalte mit je drei Personen mit Strom versorgt werden. Gemäss alectron sollte die Anlage den Strombedarf während den Sommermonaten abdecken. Bei der Realisierung des Projektes habe auch die Ästhetik eine wichtige Rolle gespielt. Das Dach dürfe nicht wie ein Brett wirken sondern als ein technischer, integraler Teil  der Dachlandschaft wahrgenommen werden.

Ganz wichtig für Josef Urs Grüter ist, dass die Kinder sowie die Lehrerschaft und alle die im Schulhaus ein- und ausgehen, erfahren können, wie viel Strom die Anlage zur entsprechenden Jahres-/  und Tageszeit produziert und die Menge CO2, die im Verhältnis zum europäischen Strom-Mix eingespart worden ist . Dazu wird mit der Gemeinde ein geeigneter Ort, ideal wäre der Pausenplatz, gesucht. „Damit wollen wir ein Aha-Erlebnis auslösen und die Solarenergie erlebbar machen. Die Menschen sollen vor Ort verfolgen können, was die neue Technik im Stande ist zu leisten. Junge Menschen sollen sensibilisierter gegenüber der Stromwirtschaft werden.“

 Keine Kosten für die Gemeinde

 Ziel der Anlage ist laut Josef Urs Grüter klar definiert. „Da noch keine regionale Solarstromgenossenschaft, oder ein privater Abnehmer vorhanden ist,  wollen wir den Strom möglichst rasch zur kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) für Strom aus erneuerbaren Energien, ins öfftentliche Netz einspeisen.“ Da die Gemeinde Ruswil nicht bereit war die Anlage selber zu generieren, liegt die Finanzierung bei der alectron solar. 

„Allerdings“, so Grüter, „hat die  Gemeinde Ruswil einen Deal ausgehandelt, dass wir das Dach nach 35 bis 40 Jahren neu eindecken. Die Amortisation der Anlage ist bereits nach 12 bis 15 Jahren erreicht, bei einer Modullebensdauer von über 30 Jahren. Mit der Gemeinde muss noch verhandelt werden, mit welchen Konditionen optional Strom direkt an die Steckdosen im Schulhaus zugeleitet werden kann.“ Weiter Infos zur Montage unter www.solarkompetenz.ch

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